Fuck me .by. Anna
Dein Morgen ist mein Gestern

Teil 2 – Dein Morgen ist mein Gestern!

Für YumeKuroi

Manchmal war das Leben schon irre kompliziert, dachte der Schwarzhaarige, wobei er einen traurigen Seufzer ausstieß.
Eine dicke, fette Taube sah ihn schief an.
Bela mochte diese Tauben nicht, die man in allen möglichen Fußgängerzonen fand – er mochte sie einfach nicht.
Die fette Taube pickte etwas vom Boden auf und wurde gleich noch fetter, bevor sie sich in die Lüfte erhob, was bei dem Gewicht, wahrscheinlich als das 8. Weltwunder gelten sollte.
Er hatte das Gefühl, dass er irgendetwas dringend brauchte, dass seine Seele förmlich danach schrie, aber seine Gehörgänge schienen nach all den Jahren doch mehr gelitten zu haben als man zugeben mochte. Es war wie ein inneres Defizit!
„Ich spüre ein Defizit!“, murmelte er vor sich hin, wobei er, den Kopf gesenkt, die Augen trotzdem nach vorne gerichtet, die Fußgängerzone zu ihrer schönsten Zeit am frühen Morgen entlang lief.. Kein einziger Mensch, kein einziges geöffnetes Geschäft – nur fette Tauben.
Der Grund, warum er um diese unchristliche Zeit in einer vollkommen verlassen scheinenden Stadt umherlief, war eben jenes Gefühl. Ein verdammt leeres.
Vielleicht sollte er in den nächsten paar Minuten...oder Stunden mal wieder nach Hause gehen.
Ein kräftiges Gähnen überkam ihn, denn er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Erst hatte er es noch versucht...aber irgendwann war er dann spazieren gegangen.
Mit bedächtigen Schritten machte er sich wieder auf den Weg zur Wohnung, und er wusste, dass er bei dem Tempo noch sehr lange brauchen würde....
Egal.
Doch auf halbem Weg machte er noch mal Pause und setzte sich auf eine Bank, die mit so vielen Botschaften voll geschrieben war, dass man einige Sachen mittlerweile lesen konnte wie: „Anna gez. Love fuck you“ oder „Punk I E.G.“ Vollkommen zusammenhangslos. Er erinnerte sich noch verschwommen, dass damals in der Schule auch so eine ähnliche Bank gestanden hatte. Auf einmal wollte er auch etwas auf diese Bank schreiben und durchsuchte seine Taschen. Seine Enttäuschung war kaum zu verbergen, als er keinen Stift fand.
Doch eigentlich wusste er gar nicht, was er hätte schreiben wollen.
Bela streckte seine Arme in Richtung Himmel und die ihn plötzlich übermannende Müdigkeit entlockte ihm ein weiteres herzhaftes Gähnen, es wurde jetzt langsam wirklich Zeit, dass er nach Hause ging, also stand er wieder auf und trottete weiter.
Der Schwarzhaarige lief vorbei an Straßenlaternen und Häuserblocks, an schmierigen Mauern und feuchten Straßen, bis er nach gefühlten 8 Stunden (eigentlich 20 Minuten) endlich seine Wohnungstür aufschloss. Mittlerweile fiel er fast um vor Müdigkeit. Er schloss die Tür wieder hinter sich und zog sich nicht einmal aus, bevor er sich auf sein Bett fallen ließ. Nur einen Kurzen Abstecher ins Wohnzimmer hatte er zuvor gemacht, wo er sich einen Edding in die Tasche seiner Jacke gesteckt hatte. Kurz bevor er in einen tiefen und festen Schlaf abdriftete dachte er noch einmal an diese beschriebene Bank und was er hätte schreiben können...

Geweckt wurde er erst am späten Nachmittag wieder.
Helle Herbststrahlen blendeten Bela, als er die Augen öffnete und versuchte die Ziffern seines Digitalweckers zu entziffern und gleichzeitig das Weckerklingeln abzustellen. Erst als er das fünfte Mal verzweifelt auf den Wecker geschlagen hatte, es war halb 5, bemerkte er frustriert, dass es die Türklingel war, die von irgendeinem Wahnsinnigen permanent gedrückt wurde.
Mühsam stand er auf und schlurfte zur Tür und der Freisprechanlage und murmelte mit einem murren „Ja, wer da?“ Er fuhr sich durchs Haar und sah an sich runter. Er sah aus als ob er gleich weg gehen wollte - nicht als wäre er gerade aufgestanden. So komplett angezogen, plus Jacke und Schuhe.
Ein kurzes Knacken und dann hörte er eine ihm wohl bekannte Stimme, die schon beinahe vorwurfsvoll klang: „Dirk! Ich bin’s! Hast du vergessen ich wollte doch heute vorbeikommen...und jetzt bin ich hier!“
Wie eine Lawine löste sich etwas in seinem Hirn und er erinnerte sich schlagartig und hätte am liebsten den Kopf plus Lawine gegen die Tür gehauen; wie konnte er das nur vergessen?
Ohne ein weiteres Wort drückte er den Knopf, der die Tür unten so nett summen ließ und öffnete seine Wohnungstür.
Er hörte die erst etwas leiseren Schritte, die immer lauter im Treppenhaus widerhallten, bis endlich Rod vor im Stand und ihn mit einem Lächeln begrüßte. Dann sah der Größere Bela von oben bis unten an und fragte „Willst du gerade weg?“
Ein zynisches, beinah gequältes Lächeln zwang sich auf die schmalen Lippen das Kleineren. „Nein, ich bin gerade erst aufgestanden.“
Rod zuckte mit den Schultern: „Aha“ Er trat in die Wohnung, vorbei an dem noch ziemlich verschlafen aussehenden Bela.
„Was hast du denn gestern gemacht, dass du bis jetzt geschlafen hast – so voll angezogen?“
Es war komisch, als sich beide ihre Jacken auszogen und neben weitere Jacken Belas an die Garderobe hingen.
„Spazieren!“, antwortete er träge und streckte sich ausgiebig.
Dass Rodrigo aus dem Schlagzeuger gerade nicht besonders schlau wurde, sah man ihm gut in seinem Gesicht an, in dem mit großen, anprangernden Worten geschrieben stand „Hä??“. Aber der liebe Herr „Ich-rede-jetzt-mal-wirres-Zeug“ war bereits in der Küche verschwunden um sich mindestens acht Tassen des nicht nur heißen, sondern jetzt auch nötigen gebrauten Lebenselixiers zu machen: Kaffee!
Rod folgte seinem Bandkollegen in die Küche und setzte sich an den Tisch, als der heute Morgen anscheinend nicht besonders redselige Bela bereits wieder an ihm vorbei rauschte in Richtung Bad.
Sich in Geduld fassend und mit den Fingern auf den Tisch klopfend, sah er sich mal wieder etwas in Belas Wohnung um, während neben ihm die Kaffeemaschine röchelnde, dann tropfende Geräusche von sich gab.
Es fanden sich überall so kleine Persönlichkeitsdinger des Schlagzeugers. Der mit Zetteln voll gehängte Kühlschrank wie man es meist aus Filmen kannte, dort hing die Einkaufsliste der Woche und ein paar wichtige Notizen, wie Arzttermine oder Ähnliches. Man hätte meinen können der Schlagzeuger hatte Angst, etwas zu vergessen.
Dafür, dass der Kühlschrank einen recht chaotischen Eindruck machte, war es ansonsten beinahe penibel aufgeräumt. Doch weiter vertiefte er sich nicht in die Feng-Shui-artige Auslese Bela‘s Wohnung (man muss das Ch’i fließen lassen), denn eben jener kam gerade wieder zur Küche hereingeschneit, und er sah um einiges erfrischter aus.
Er nahm zwei Tassen aus dem Schrank und stellte sie, vollkommen unschick, ohne Untertassen auf den Tisch. Dazu gesellten sich dann noch die Kaffeekanne und die Milch. Zucker stellte er ganz bewusst erst gar nicht auf den Tisch, da er wusste, dass er selbst und Rod beide keinen Zucker in ihren Kaffee taten.
Schweigend setzte sich der liebenswerte Gastgeber an den Tisch, schenkte ihnen Kaffee ein und goss gleich die Milch hinterher.
„Ich habe dich vermisst“, sagte Rod beinahe schon übertrieben gefühlsbetont, und Bela, der gerade seine Tasse zum Mund gehoben hatte und jetzt beim trinken in die Tasse lächelte, glaubte ihm. Er setzte die Tasse, die es eigentlich nicht wert war, angelächelt zu werden, wieder ab und sah sein Gegenüber an.
Rod wusste, dass Bela in diesem Fall so grundlegend anders war. Bela würde nicht sich, und schon gar nicht irgendjemandem eingestehen, dass er ihn vermisst hätte. Er hasst es, von irgendjemandem abhängig zu sein. Deshalb erwartete der Jüngere auch keine Antwort wie: „Ja ich dich auch!“
Sie kamen langsam, langsamer als sonst, ins Gespräch, wahrscheinlich weil Bela noch ziemlich verpennt war, was sich aber mit jedem Schluck von diesem koffeinhaltigen Heißgetränk legte.
Bela sah Rod an, und den Bassisten durchströmte ein furchtbar kribbeliges Gefühl, sodass er überhaupt gar nicht bemerkte, dass er sich vollkommen abwesend über die Unterlippe leckte. Ja, vielleicht bekam er selber es nicht mit, aber der Schlagzeuger auf alle fälle und ein listiges Schmunzeln zierte seine Lippen. Er beugte sich weit vor, genau so weit wie Rod es bereits die ganze Zeit tat und jetzt befanden sich ihre beiden Gesichter nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Er spürte den heißen Atem seines Gegenübers der ihm nach wie vor in die Augen sah, wie zwei viel zu stolze Pfaue im Balzgehabe... sie näherten sich einander, um die letzten Sekunden zwischen sich zu verdrängen, bis ihre Lippen aufeinander trafen, wo wieder ein eiserner Kampf über Vorherrschaft und Unterwürfigkeit entbrannte. Sie erhoben sich und als kein Tisch mehr zwischen ihnen stand, drückten sie sich aneinander und atemlos sahen sie sich an. Lust und Verlangen brannte in Rods Augen und er wollte jetzt auch nicht mehr warten. Und Bela verstand.
Er drängte den Jüngeren rückwärts gegen den Tisch, sodass dieser gezwungen war, sich darauf niederzulassen, Bela hatte die Kontrolle. Er knöpfte das schwarze Hemd des Anderen auf und warf es achtlos beiseite, als er mit den Händen über die freie Brust des anderes fuhr und sich mit dem Kopf in seiner Halsbeuge vergrub, in der seine Zähne sich festbissen.
Gerade als Rod Belas Hosenknopf zu öffnen versuchte, löste sich dieser und lächelte ihn an: „Ich bin sofort wieder da.“ Und er war tatsächlich sehr schnell wieder da. Er kam gerade dazu, seine Hose zu öffnen, um etwas Platz darin zu machen, da war Bela wieder vor ihm. In der einen Hand hatte er ein Kondom, aber was in der anderen war, konnte er nicht sehen. Der Ältere beugte sich weiter vor, zwangsläufig musste Rod diese Bewegung umgekehrt mitmachen. Er lag jetzt auf dem Rücken, Bela küsste ihn und ließ einige Kleidungsstücke verschwinden, wie die Hose des Chilenen. Dann grinste er plötzlich und nahm Rods Hände und band sie, die Arme nach hinten gewinkelt mit zwei schwarzen Tüchern sehr fest an die Tischbeine. Als er soweit war, küsste er Rod, dieser wollte jetzt nur Bela.
„Weißt du Rod, ich will nicht mit dir ins Bett!“, säuselte der Schlagzeuger gemein grinsend und Rod sah ihn verwirrt an. „Der Küchentisch reicht mir!“ Rod schnaubte kurz und verdrehte ungeduldig die Augen. Bela sollte endlich weiter machen.
Er versuchte es, dem anderen klar zu machen, indem er sich mit dem Unterleib gegen den des Anderen drückte. Der Schlagzeuger grinste diabolisch und fuhr mit der Hand langsam und mit sich verstärkendem Druck über den Schaft von Rods Shorts, und wieder hinauf über die Erregung. Dem Gefesselten entrückte ein unterdrücktes Stöhnen. Seine Hände waren komplett bewegungsunfähig, seine Fesseln boten ihn keinerlei Spielraum.
Bela küsste die Brust, dann den Bauch des Anderen, wobei er nach jedem Kuss ein Wort sagte: „Rod...heute...so...ungeduldig?“. Der Gefragte antwortete nicht. Er atmete tief und geräuschvoll.
„Als er die Shorts herunterzog und mit der Zunge nur einmal sanft leicht unterhalb der Eichel entlangfuhr, entlockte er Rod ein gepresstes und vollkommen überladenes „Bitte“ Jeder einzelne Nerv schien zum zerreißen gespannt.
Und Bela hatte den Anderen genau da, wo er ihn wollte, er beherrschte ihn gerade.
Er zog seine Hose runter die in den Kniekehlen hängen blieb, packte das Kondom aus und streifte es über, bevor er nicht brutal, aber auch nicht gerade sanft in den Bassisten eindrang. Er wollte ihn vor Schmerz wimmern und vor Lust schreien hören.
Rod spannte die Sehnen und Muskeln in seinen Armen an, doch seine Hände bewegten sich kein Stück und doch versuchte er sich aufbäumend gegen den Anderen zu drücken.
Rod kam als erster und schaffte es doch wirklich den Pullover der Schlagzeugers ein neues Muster zu verpassen, was dieser aber anscheinend gar nicht so richtig bemerkte, denn er war in diesem Moment selber so erregt und kam auch wenige Momente später.
Schwer atmend beugte er sich zu Rod hinunter und küsste ihn nochmals, diesmal viel intensiver.
Mit wenigen Handgriffen waren die Fesseln gelöst und Rod setzte sich auf und hielt sich die Handgelenke, die jetzt auch leicht schmerzten. Er überlegte, als er aufstand und sich seine Shorts wieder anzog, ob er duschen sollte, aber verwarf diesen Gedanken als Bela, der sich bereits wieder die Hose hochgezogen hatte, zu ihm umdrehte. Rod ging zu ihm und hauchte ganz leise: „Ich liebe dich“ und wollte den Kleineren küssen, doch dieser drehte nur den Kopf beiseite.
Es schmerzte ihm, zu wissen, dass es für ihn nur ein Spiel war, dass er angeblich nichts empfand. Der Chilene hatte gedacht, dass er damit leben könnte, aber es tat so weh.
„Warum willst du es denn nicht wahrhaben?“, fragte er aufbrausend und auch sauer. „Er liebt dich nicht und er wird dich nie lieben, versteh das doch endlich!“
Der Schlagzeuger sah ihn jetzt mit glasigen Augen wieder an und sein Blick verfinsterte sich. „Was weißt du denn schon davon?“, fauchte er ihn an. Rod hatte in die verwundbarste Stelle in Belas Innerem gebohrt, in seinen Stolz.
„Ne ganze Menge...“, antwortete der Chilene leise „...er wird deine Liebe nie erwidern...mach dich nicht an ihm kaputt, bitte!“
„Pff, das sagt der Richtige!“ Doch er bereute es sogleich wieder, als Rod den Kopf senkte. „Tut mir leid...“, nuschelte er.
„Dirk...ich liebe dich!“
Doch der Angesprochene drehte sich um, ging aus der Küche in den Flur, schnappte sich seine Jacke und verließ die Wohnung und einen zutiefst verletzten Rod...mal wieder.
Und wieder verließ er das Gebäude am frühen Abend, die Abendsonne, getrübt von ein paar Regenwolken, strahlte über die Dächer und ein Gefühl von Déjà Vu überkam in. Er dachte nach, er dachte an Jan...und es schmerzte. Er dachte an Rod...und es verwirrte ihn.
Vielleicht...
Plötzlich stand er wieder vor dieser Bank und ihm schien nichts anderes wichtiger zu erscheinen, also setzte er sich. Er überflog wieder die Inschriften... er fror leicht und er sah an sich runter und wollte die Jacke zumachen. Sein Blick verweilte auf seinem Pullover, und erst jetzt bemerkte er Rods Sperma. Und auf einmal wurde es ihm klar; er wusste, was er schreiben wollte. Er durchsuchte noch mal seine Taschen und war regelrecht überrascht als er den Edding in seiner Tasche fand. „Stimmt ja..“ Er erinnerte sich, ihn gestern eingesteckt zu haben - hatte er fast vergessen gehabt.
Er öffnete den Stift und schrieb schön sauber „R + D“ und er musste lächeln. Vielleicht sollte es ja so sein und malte noch ein Herz herum. Es war so kitschig, dass sich Bela hätte schütteln können.
Er packte den Edding wieder weg und betrachtete noch kurz das Herz mit ihren Initialen drauf und stand dann auf. Also er sich ein paar Schritte entfernt hatte, drehte er sich noch einmal um. Und ihm wäre beinahe ein Zacken aus der Krone gefallen, als er sah wie diese dicke, fette Taube sich auf der Bank niederließ und genau auf das frisch gemalte Herz schiss. Er würde sich eigenhändig eine Garage bauen um dann diese Taube darin einzusperren und aus Versehen das Auto anzulassen!
„DU VERFLUCHTE TAUBE!!!“

© Blasted
19.5.07 00:02
 


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